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Chromophobie

ISBN 978-3-85114-870-1 19,80 € in den Warenkorb legen
Autor Batchelor, David  
Titel Chromophobie
Untertitel Angst vor der Farbe
Verlag Facultas
Bandangaben
Auflage/Ersch.j. 2., veränd. Neuaufl. 10.2004
Seitenzahl 121 S. - 23 x 15 cm

Subversive Farbenlehre Es beginnt damit, daß jemand eine Party bei einem Kunstsammler besucht und die Schrecken von Weiß kennenlernt - des aggressiven, anklagenden und gnadenlosen Weiß, in welchem das Interieur gehalten ist. Auf den anekdotischen Beginn folgt eine essayistische Reise durch Kunst, Architektur, Design, Kosmetik, Philosophie, Mode und Film. Es geht um Farbe, genauer, um die Angst vor der Farbe und das, wofür sie steht. Batchelors Plädoyer gegen die "Diskriminierung der Farbe" setzt immer wieder neu und an vielen Stellen zugleich an. Farbe - so die These - ist und steht für das Gegenteil von Vernunft, Ordnung und Reinheit und wird deshalb verdrängt und bekämpft - oder gefeiert. Die Belege dafür stammen von Philosophen, Künstlern, Regisseuren und Dichtern, wie Baudelaire, Warhol, Huxley, Bachtin, Stella, Rushdie, Barthes, Wittgenstein, Jarman, Kristeva, Goethe, Ives Klein, um nur einige zu nennen. Die Verdrängung der Farbe ist kein Zufall. Sie paßt in das Konzept der Moderne als Prozeß der Rationalisierung, die alles "Andere" ausschließt. In diesem Sinn wurden etwa in der Kunsttheorie Linie und Form privilegiert. Die Farbe wurde dagegen als primitiv, infantil, weiblich, exotisch und pathologisch abgetan oder als etwas nur Zufälliges und Zusätzliches behandelt. Eine entscheidende Phase in der Geschichte der Farbe beginnt für Batchelor mit der Verwendung von industriellen Farben in Minimal und Pop Art. Sie verweist nicht nur auf einen neuen Stil, sondern grundsätzlich auf ein neues Verhältnis von Kunst und Gesellschaft in den sechziger Jahren.